Leseprobe: Käpten Schisshose auf großer Fahrt von Michaela Knospe

kaepten-schisshose

Titel: Käpten Schisshose auf großer Fahrt

Autorin: Michaela Knospe

92 Seiten

Empfohlenes Alter: 5 -8 Jahre

ISBN-Nr. 978-3981521726

Miko Verlag

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Klappentext:
Auch wer Angst hat, kann mutig sein! Jeder von uns hat schon einmal Angst gehabt. Das ist normal und in der Regel auch nicht schlimm. Aber wenn man ein Piratenkapitän ist? Ein richtiger Pirat mit Schiff und Mannschaft? Vor diesem Problem steht Rudi Plankenhieb der Zweite. Er ist der Piratenkapitän der Wellentiger und wirklich ein sehr sehr ängstlicher Mensch. Außerdem wird er so leicht seekrank … Aus diesem Grund ist er noch nie auf See gewesen, sondern er bleibt mit seinem Schiff lieber im sicheren Hafen vor Anker liegen. Seine Mannschaft hat ihm deshalb den Spitznamen Käpten Schisshose verpasst. Sie meinen das nicht wirklich böse, aber sie wünschen sich nun mal ein richtiges Piratenleben mit aufregenden Seefahrten und wilden Abenteuern. Dann, eines Tages wird alles anders! Die Lieblingstante von Käpten Schisshose wird entführt und plötzlich muss sich der ängstliche Pirat seinen schlimmsten Albträumen stellen. Mit der Hilfe eines kleinen Tricks kämpft Käpten Schisshose gegen seine Ängste an, die Wellentiger sticht tatsächlich in See und ein tolles Abenteuer beginnt. Ein Buch über den Mut, auch einmal Angst zu haben. – Die etwas andere Abenteuergeschichte.

Krönig_Rudi Kopie Wellentiger

LESEPROBE

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Kapitel 1
Ein komischer Name

Das ist Käpten Schisshose.

Ach ja, ihr könnt ihn gerade nicht sehen.

Er hat sich nämlich unter seiner Bettdecke versteckt.

Das macht er immer, wenn ein Gewitter heranzieht oder ihm etwas anderes Sorgen bereitet.

Wie sein Name schon sagt, ist er ein sehr ängstlicher Mensch.

Im Grunde fürchtet er sich vor allem.

Aber Gewitter machen ihm besonders große Angst.

Es ist so schrecklich laut, wenn es donnert.

Die Blitze sind so furchtbar hell und der Regen ist so scheußlich nass.

Deshalb versteckt er sich lieber, bis alles vorbei ist.

Das wäre ja auch nicht weiter schlimm, wenn da nicht sein Beruf wäre…

Käpten Schisshose ist nämlich ein Pirat.

Aber leider nicht nur das…

Er ist sogar ein Piratenkapitän!

Aber eigentlich wollte er nie ein Pirat werden.

Er hätte viel lieber als Bäcker in einer großen Bäckerei gearbeitet.

Jeden Tag frisches Brot und leckere Kuchen…

Ja, das hätte ihm gut gefallen.

Doch weil sein Uropa, sein Opa und sein Vater schon Piraten gewesen waren, musste auch er diesen Beruf ergreifen.

Er heißt auch nicht wirklich Käpten Schisshose, sondern Käpten Rudi Plankenhieb der Zweite.

Die Mannschaft seines Schiffes hat natürlich längst gemerkt, dass ihr Anführer vor allem Möglichen Angst hat.

Deshalb nennen ihn die Matrosen hinter seinem Rücken nur Käpten Schisshose.

Rudi weiß das.

Es macht ihm aber nicht viel aus.

Seine Mannschaft ist in Ordnung, findet er.

Und sie meinen es ja auch nicht böse.

Piraten geben sich immer gegenseitig Piratennamen.

Diese Namen sind immer ehrlich, aber nicht immer nett.

Das Schiff von Käpten Schisshose heißt Wellentiger und liegt vor der Insel Torongo vor Anker.

Tja, und das ist schon so, seit er das Kommando übernommen hat.

Das war vor 6 Monaten .

Rudis Vater, der große Pirat Käpten Plankenhieb der Erste, ging damals ins Piratenparadies ein.

Das bedeutet: Er ging mit seinem Schiff, der berühmten Seetonne, unter.

Aber das geschah erst nach einem erbitterten Kampf gegen den bösen Piraten Karl Krönig.

Ein wirklich übler Bursche!

Damals hat Käpten Schisshose die Wellentiger geerbt.

Eigentlich sollte er sogar zwei Piratenschiffe erben.

Aber das war nun wirklich zu viel für Rudi.

Zwei Schiffe auf einmal…

Das hätte den armen Kerl nun völlig überfordert!

Deshalb verkaufte er die Black Snail, also das ältere Schiff, und behielt nur die Wellentiger.

Allerdings mitsamt der Mannschaft!

Er brachte es nicht übers Herz, den Piraten zu kündigen. Wo hätten sie denn hingehen sollen?

Also muss Rudi sich seit einem halben Jahr um ein Schiff und eine Menge anderer Piraten kümmern.

Seither liegen sie am Kai von Torongo vor Anker und Käpten Schisshose hat noch nie den Befehl zum Auslaufen gegeben.

Er wird nämlich so schnell seekrank.

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Kapitel 2
Seemannsleben

Die Mannschaft der Wellentiger hat nicht viel zu tun.

Die Piraten spielen den ganzen Tag lang Karten oder Memory.

Manchmal puzzeln sie riesige Puzzles mit tausenden von Teilen.

Manchmal prügeln sie sich aber auch.

Piraten machen so etwas, wenn sie sich zu sehr langweilen.

Käpten Schisshose mag es nicht, wenn die Piraten sich verhauen. Die Piraten wissen das auch.

Sie streiten sich trotzdem ab und zu.

Zum Glück vertragen sie sich aber auch schnell wieder.

Jeden Samstag ruft der Steuermann Jens Ruderblatt:

„Alle Mann und Fanny an Deck!“

Dann kommen alle Piraten gerannt und stellen sich in Reih und Glied auf.

Käpten Schisshose gibt den Befehl:

„Fertig zum Deck schrubben!“

Alle Piraten murren und meckern.

Wer macht schon gerne sauber?

Piraten doch wohl sicher nicht!

Aber es hilft alles nichts.

Jens hält Eimer und Schrubber bereit.

Außerdem hat er Staubwedel und Wischtücher zurecht gelegt und jeder Pirat muss sich etwas davon schnappen.

Dann wird die Wellentiger geputzt und geschrubbt bis sie blinkt und blitzt.

Auch Käpten Schisshose hilft mit.

Seine Mannschaft findet das gut.

Und Käpten Schisshose findet seine Mannschaft gut.

Seine Mannschaft besteht aus 9 Piraten und ihm selbst natürlich.

Sein Steuermann heißt Jens Ruderblatt. Er ist ein baumlanger Kerl mit undurchdringlichem Blick.

Er spukt immer im hohen Bogen über die Bordwand.

Jens hat bei Rudis Vater das Piratenhandwerk gelernt und ist seinem neuen Käpten treu ergeben.

Der Steuermann ist ein heller Kopf und ohne ihn wäre Käpten Schisshose schon oft aufgeschmissen gewesen.

Gut, dass er Jens hat, denkt er oft.

Dann gibt es da noch den Koch Friedel Feuerhaken.

Er ist dick und hat kaum noch Haare auf dem Kopf.

Friedel hat eine große Narbe quer über der rechten Wange.

Und das kam so:

Beim Kartoffelschälen wollte sich Friedel einmal den Schweiß vom Gesicht reiben.

Leider hatte er vergessen, vorher das Kartoffelmesser aus der Hand zu legen…

Tja…

Die Piraten finden das Essen, das Friedel kocht, super lecker und futtern immer alles auf.

Darauf ist Friedel sehr stolz!

Die einzige Piratin an Bord ist die freche Fanny.

Fanny ist deshalb so frech, weil sie keine Angst vor den anderen hat.

Fanny ist nämlich total fit.

Sie trainiert jeden Tag mit dicken Hanteln und schweren Gewichten.

Deshalb hat sie richtig große Muskeln und ordentlich viel Kraft.

Sie kann die schwersten Fässer und die größten Kisten schleppen.

Sie kann es mit jedem Piraten an Bord der Wellentiger aufnehmen.

Darum hat sie auch immer einen frechen Spruch für die anderen Piraten auf der Zunge und keine Angst vor niemandem.

Der flotte Fred ist ein Pirat, der sehr großen Wert auf sein Aussehen legt.

Das ist ja eigentlich bei Piraten nicht so.

Den meisten ist es egal, ob sie ein Loch in der Hose haben oder ihre Haare verstrubbelt sind.

Aber Fred hat immer eine perfekte Frisur, denn er will unbedingt aussehen wie ein Sänger, der vor vielen Jahren mal berühmt war.

Fred liebt die Musik von diesem Sänger und er kann so schnell dazu tanzen, dass er immer schon fertig ist, bevor die Musik aufhört.

Außerdem ist Fred auch der schnellste Säbelkämpfer auf der Wellentiger. Ja, flott ist er, der Fred!

Dann gibt es da noch den pickligen Piet.

Der hatte früher mal Pickel, aber das ist schon lange her.

Trotzdem ist der Name geblieben.

Ja so ist das mit den Piratennamen. Sie sind ehrlich, aber nicht immer nett.

Der knubblige Kuddel verdankt seinen Namen seiner dicken, knubbligen und meistens roten Nase.

Kuddel ist ein lustiger Kerl, der viel und laut lacht.

Der dicke Dieter isst für sein Leben gern.

Er ist wirklich dick und der beste Freund von Friedel, dem Koch. Dieter trägt immer gestreifte Pullover und karierte Hosen. Er findet das todschick.

Der humpelnde Hein ist der älteste Pirat an Bord.

Er hat ein Holzbein, aber niemand wagt es, ihn danach zu fragen.

Hein möchte nicht darüber sprechen.

Also wird es immer ein Geheimnis bleiben.

Und dann ist da noch Tom Tölpel.

Als Pirat ist er sicher nicht wirklich geeignet.

Ständig stolpert er über etwas oder stößt Sachen um.

Trotzdem mögen die anderen ihn sehr, denn Tom kann super tolle Witze erzählen.

Er erzählt die besten Witze der ganzen Welt. Manchmal wackelt die Wellentiger hin und her, obwohl keine Wellen zu sehen sind.

Dann lachen die Piraten mal wieder über einen von Toms Witzen.

Über ihren Käpten lachen sie nicht.

Das wäre gegen ihre Piratenehre. Außerdem finden sie ihren Käpten eigentlich ganz in Ordnung.

Aber am allerbesten finden sie, dass Käpten Schisshose jeden Samstag nach dem Schiffschrubben Pizza und Cola für seine Piraten bestellt.

Und dann feiern sie und singen wilde Piratenlieder.

Gut, dass Käpten Schisshose nicht nur die Wellentiger geerbt hat, sondern auch eine große Truhe mit Gold und Edelsteinen.

So muss er sich keine Sorgen machen, dass ihnen das Geld ausgeht.

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