WLEB fragt – Autoren antworten – Bernhard Giersche

Ab sofort werden wir die Autoren hinter den tollen Büchern unter die Lupe nehmen 🙂 Bernhard Giersche macht den Anfang und hat mir ein paar Fragen beantwortet. Sein Debüt „Das letzte Sandkorn“ ist kürzlich erschienen und die Rezi dazu findet ihr auch im Blog. Viel Spaß dabei ->
bernhard giersche

Welches sind für dich persönlich die besten und wichtigsten Bücher, die du je gelesen hast?

Das mag vielleicht albern klingen, aber das Buch, das bei mir am meisten bewirkte, war mein allererstes Buch überhaupt. Hier stellte ich nämlich fest, wie toll es ist, lesen zu können und mit dieser Befähigung in eine andere Welt, eine fiktive Realität einzutauchen. Das war sozusagen der »Erste Schuss«, der mich angefixt hat und süchtig machte. Das Buch hieß:«Schabernack mit zwei Gespenstern«. Ich habe es heute noch.

Welche(n) Autor/in würdest du als dein Vorbild betrachten?

Vorbilder im Sinne von »Ich mache das wie die«, habe ich nicht.  Inspirierend finde ich Stephen King, wegen seiner Ideen. Karl May, wegen seiner Fähigkeit, sich in eine andere Welt zu versetzen und greifbare Realitäten zu erschaffen und Sebastian Fitzek, weil er mit durchschnittlichen Romanen den Durchbruch schaffte, nun mehrfacher Millionär  und dennoch herrlich normal geblieben ist.

Wie kamst du auf die Idee mit dem Schreiben zu beginnen?

Geschrieben habe ich eigentlich, seit ich schreiben kann. Alles für den Hausgebrauch, kleine Schreibwettbewerbe mit meinem Bruder und solche Sachen. Der wurde Jahrzehnte später Verleger und fragte mich vor zwei Jahren, ob ich nicht eine Kurzgeschichte zum Thema Weltuntergang für eine neue Anthologie schreiben wolle.  Ich lehnte ab, weil ich dachte, dass alles schon mal dagewesen ist. Nochmal Kometen, Aliens oder Pestilenzen, wollte ich nicht aufkochen. Dann kam mir die Idee mit dem »Sandkorn« und mein Bruder sagte: »Mach ein Buch draus, der Plot hat Potential dazu. « Das machte ich dann auch und bin, weil es so toll ist, sein eigenes Buch in Händen zu halten, gleich beim Schreiben geblieben.

 Wann kam erstmals der Wunsch auf, ein Buch schreiben zu wollen?

Der besteht seit frühester Kindheit, erschien mir aber zu abgedreht, um je realisiert zu werden.  Ich traute mich da nie ran. Gott sei Dank ist dieser Knoten geplatzt!

 Was brauchst du zum Schreiben? (Musik, Umgebung…) Wer oder was inspiriert dich?

 Am besten fließen die Gedanken, wenn meine Lebenspartnerin lesend auf der Couch liegt und ich sitze daneben. Ich habe es im stillen Kämmerlein probiert, das geht auch, macht aber weniger Spaß. Es darf gerne etwas Chaos um mich herum sein, im Sommer kann ich mir vorstellen, im Biergarten in einer Fußgängerzone zu sitzen, und zu schreiben. Menschen, die man dort beobachten kann, sind eine sagenhafte Inspiration.

Welche Rolle spielt die Familie/Freunde beim Schreiben?

Sie sind die ersten, die mein Geschreibsel zu lesen bekommen und deren Reaktion entscheidet oft, ob was geht, oder nicht. Gisela, meine Lebensgefährtin ist knallhart in ihrer Beurteilung und ihre Meinung bedeutet sehr viel, denn sie liest im Grunde unablässig und hat somit die unverfälschte und unvoreingenommene »Leserbrille« auf. Das kann man als Autor selber nicht so reflektieren. Natürlich bestärkt mich auch mein Bruder beim Schreiben. Ich glaube, er fährt auf mein Zeug ab.

 Was war die größte Herausforderung an „Das letzte Sandkorn“?

Ganz klar das Ende. Ich wusste lange nicht, wie ich den Plot glaubwürdig beenden könnte und wollte ungern vorhersehbar und klischeehaft zum Ende kommen.  Ich war unglaublich erleichtert, als ich das geschafft hatte. Gott sei Dank gefällt das Ende den meisten Lesern gut. Aber es gibt auch einige, die damit nichts anfangen können. Damit muss ich leben, und sie auch 🙂

Wer ist dein Lieblingsprotagonist? Wie entstanden/entwickelten sich die Figuren?

Im »Sandkorn« ist es ganz klar Adam. Er ist sozusagen mein »alter Ego«. Da steckt viel von mir selber drin, in dem Kerl. Wurde mir erst später klar, dass ich viel von mir selbst in diese Figur gelegt habe. Und ich mag Fred Linder.

Ich habe die Figuren immer dann entwickelt, wenn ich eine passende Rolle zu besetzen hatte. Tomate hatte ich gar nicht auf dem Schirm, plötzlich weinte da dieses Baby und ich hatte sie am Hals.  Ich bin der klassische »Drauf-los-Schreiber. « Das echte Leben kennt auch kein Exposé und deswegen weiß ich oft nicht, was da so alles passiert. Ich schreibe von Unterplot zu Unterplot. Manche nennen das unprofessionell, aber was soll`s?

War es so geplant oder haben sie sich verselbstständigt?

Wie ich eben schon sagte, ich gebe ihnen einen Rahmen, eine Biographie und grundlegende Charaktereigenschaften. Dann lasse ich sie im Plot von der Leine und versuche ein wenig, Regie zu führen. Meistens tun die, was ich ihnen sage, aber manchmal machen sie Sachen, die ich so nicht auf dem Schirm hatte. Laurenz Beck ist so einer…aber auch Elisabeth Huss in »Karl«. Aber wenn es passt, was sie tun, verleihen sie durch ihre Verselbstständigung dem Plot mehr Leben, also lasse ich sie. Meistens jedenfalls.

Welche neuen Projekte erwarten deine Leser?

Nach »Karl«, der ja im April erscheinen wird, plane ich einige, kleinere Projekte. Novellen vielleicht. Ich habe 2014 sehr viel beruflich um die Ohren und denke nicht, dass ich ein weiteres Buch beginnen werde. Aber das kann man bei mir nie wirklich wissen.

Zusatzfrage: Welches Genre würdest du nie schreiben?

Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass ich mal einen Erotikroman verfassen würde. Klar, ich könnte einen beginnen, aber spätestens auf der zehnten Seite gäbe es Tote und Brand und Leiden.  Das ist nicht meines, da lasse ich die Finger davon. Alles andere kann ich mir vorstellen.

Bernhard hat mir netter Weise einige Bilder zur Verfügung gestellt, die ich euch nicht vorenthalten möchte ->

Bernhard Giersche ist auch auf seiner Homepage zu finden

bernhard giersche lesung

 In Action bei einer Lesung 😀

letzte sandkorn

Das letzte Sandkorn -> sein Debüt, Rezension dazu findet ihr im Blog

karl ausgeliefert

Demnächst erhältlich ist sein 2. Werk

Eure Ramona 🙂

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3 Gedanken zu „WLEB fragt – Autoren antworten – Bernhard Giersche

  1. Pingback: WLEB fragt – Autoren antworten – Bernhard Giersche | Bernhard Giersche - Schriftsteller

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